Jeden Auffahrtsdonnerstag begehen die Katholischen Kirchgemeinden und Pfarreien des Kantons Zug die Zuger Landeswallfahrt nach Einsiedeln. Die erste urkundliche Erwähnung der Wallfahrt stammt aus dem Jahr 1426. Historisch begründet wird sie seit Jahrhunderten durch die Pfarrei
St. Michael Zug organisiert und ausge-richtet.
Die historische Pilgerroute ab Pfarr-kirche St. Michael Zug bis zur Kloster-kirche Einsiedeln ist offiziell und durchgehend als Pilgerroute ausge-schildert und mit anekdotischen Geschichten (Wegmarken) angereichert. Auch die Startpunkte der anderen
Zuger Pfarreien sind mit Tafeln (Start-marken) gekennzeichnet.
Das Webportal funktioniert als Samml-ung aller wichtigen Informationen
rund um die Wallfahrt. Hier sind sämtliche Pilgerrouten der Zuger Pfarreien in digitaler Form (Schweizmobil) abrufbar.
Im Auftrag der Stadt Zug erstellte DNS-Transport 10 Kurzfilme über ausge-wählte Zuger Bräuche. Jedes dieser Porträts dauert 60 Sekunden. Der Film über die Zuger Wallfahrt dokumentiert die Pilgerroute ab Kirche St. Michael in Zug bis zur Klosterkirche Einsiedeln,
die 7 Stunden dauert, 24 Kilometer lang ist und 1000 Höhenmeter überwindet.
(Quelle: DNS-Transport Zug © 2025)

Die Wallfahrt gehört seit 600 Jahren zu den gelebten Zuger Bräuchen, Ausschnitt aus dem Kurzfilm von DNS-Transport Zug, 2025. (Andreas Busslinger © 2025)
Bundesrat Philippe Etter aus Menzingen erzählt, wie er in jungen Jahren auf Wallfahrt war. Er berichtet, wie sich
die Baarer, Menzinger und Ägerer in Schönbrunn getroffen hatten und nach Neuheim pilgerten. Und wie er wegen
zu lauten Betens eine Ohrfeige erhielt. Weiter schwärmt er von einem Bitt-
gang der Menzinger nach Unterägeri
mit anschliessender Chäschüechli-Belohnung.
Tondokument: «Schallende Ohrfeige und feine Chäschüechli»
(Quelle: Staatsarchiv Zug, Tondokument «Familiengeflüster», Grossvater erzählt: Wallfahrten, Philipp Etter, Menzingen, Bundesrat, 1957-1972, P 70.1003.2.7)

Der neu gewählte Bundesrat Philipp Etter (1891–1977) an der Millenariums-Wallfahrt (1000-Jahr-
Feier des Klosters Einsiedeln) des Standes Zug nach Einsiedeln, 1934. (Klosterarchiv Einsiedeln © 2026)
Das nach der Vesper vor der Gnaden-kapelle gesungene «Salve Regina»
wird im Kloster Einsiedeln seit 1547 täglich gesungen. Es ist eine traditionelle, festliche Form des gregorianischen Gesangs, wird oft vierstimmig dargeboten und ist tief in der dortigen Liturgie verwurzelt.
Tondokument: «Salve Regina in Einsiedeln»
(Quelle: DNS-Transport Zug © 2025)

Die Mönche des Klosters Einsiedeln singen das «Salve Regina» in der Gnadenkapelle, 1. Hälfte 20. Jahrhundert. (Museum Fram © 2026)
Der Zuger Pfarrer Albert Iten (1891–1976) erzählt 1939 im alten Ägerer Dialekt die Legende der Waldschwestern vom ehemaligen Chlösterli Unterägeri, die nach Einsiedeln pilgerten und übers Wasser laufen konnten. Aber eine Freveltat auf dem Heimweg beraubte sie dieser wundersamen Fähigkeit.
Tondokument: «Wie es den Waldschwestern vom Klösterlein ergangen ist»
(Quellen: Schweizerisches Phonogrammarchiv der Universität Zürich, Stimmen der Heimat, Albert Iten, 1939, 139023; Schweizerisches Idiotikon, Zuger Namenstudien, Gesammelte Beiträge der Jahre 1925 bis 1966 über Orts-, Flur- und Familiennamen des Kantons Zug und der Innerschweiz, Pfarrer Albert Iten, 1969, www.idiotikon.ch)

Gemäss Legende pilgerten die «Waldschwöschtere vom Chlöschterli» Unterägeri frühmorgens zu Fuss über den Ägerisee Richtung Einsiedeln (KI-Illustration / DNS-Transport © 2026).
PFARRKIRCHE ST. MICHAEL ZUG
KLOSTER EINSIEDELN