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600-Jahr-Jubiläum Zuger Landeswallfahrt


Wallfahrtstradition

Am Auffahrtsdonnerstag, 14. Mai 2026, feiern die Katholischen Kirchgemeinden und Pfarreien des Kantons Zug das 600-Jahr-Jubiläum der Zuger Landeswallfahrt nach Einsiedeln. Die erste urkundliche Erwähnung der Wallfahrt stammt aus dem Jahr 1426, ausgelöst durch einen Konflikt zwischen der Stadt Zug und ihrem Pfarrherrn. Historisch begründet wird die Landeswallfahrt seit Jahrhunderten durch die Pfarrei St. Michael Zug organisiert und ausgerichtet.

 

Pfarrkirche St. Michael in Zug, frühmorgendlicher Sammelort der Pilgergruppe nach Einsiedeln. (Andreas Busslinger © 2025)

Die «Schwarze Madonna» in der Gnadenkapelle der Klosterkirche, alljährliches Ziel der Zuger Landeswallfahrt nach Einsiedeln. (Andreas Busslinger © 2025)

Plakat «Einsiedeln» zur 1000-Jahr-Feier des Klosters, gestaltet von Otto Baumberger. (Museum für Gestaltung Zürich © 1934)


Jubiläumsfeier

«40’000 Schritte zur Schwarzen Madonna» lautet der Titel des Jubiläums. Eine Projektgruppe der Katholischen Kirchgemeinde Zug unter der Leitung von Kirchenratspräsident Patrice Riedo hat zusammen mit Pfarrer Reto Kaufmann und DNS-Transport Zug (Ueli Kleeb, Caroline Lötscher, Thomas Zaugg) verschiedene Teilprojekte (Pilgerroute, Webportal, Buchpublikation, Kommunikation) umgesetzt, um die Jubiläums-Wallfahrt zu feiern und würdig zu begehen.

 

Kloster Einsiedeln mit Klosterplatz und Pilgervolk, Gemälde, um 1860. (Wikimedia Commons © 2026)

Die Wallfahrer strömen zur Klosterkirche Einsiedeln und zu den Souvenirläden, Illustration, 1880. (Wikimedia Commons © 2026)

An der Zuger Landeswallfahrt 1954 wird die Pilgerschar vom Konvent abgeholt und in die Kirche geleitet. (Museum Fram © 1954)


Pilgerroute

Die Pilgerroute ab der Pfarrkirche St. Michael Zug bis zur Klosterkirche Einsiedeln wurde in Zusammenarbeit mit den Kantonen Zug und Schwyz, den Vereinen Zuger und Schwyzer Wanderwege offiziell und durchgehend als Pilgerroute ausgeschildert und mit anekdotischen Geschichten (Wegmarken) angereichert. Auch die Startpunkte der anderen Zuger Pfarreien wurden mit Tafeln (Startmarken) gekennzeichnet.

 

Die Wegweiser, welche den historischen Pilgerweg ab Pfarrkirche St. Michael in Zug über St. Jost bis zur Klosterkirche Einsiedeln als «wandernahes Angebot» signalisieren. (DNS-Transport Zug © 2026)

Wegmarke bei der barocken Kapelle St. Verena Zug, welche den ersten Etappenort auf der Zuger Wallfahrt nach Einsiedeln beschreibt. (DNS-Transport Zug © 2026)

Wegweiser mit Wegmarke bei der Kapelle St. Wendelin Allenwinden mit dem wundersamen Findling, der die Beinschmerzen der Pilgernden lindern soll. (DNS-Transport Zug © 2026)

Wegmarke # 1 beim Start der historischen Pilgerroute bei der Pfarrkirche St. Michael in Zug (DNS-Transport Zug © 2026)


Webportal

Das Webportal «zuger-wallfahrt.ch» funktioniert als Sammlung aller wichtigen Informationen rund um die Wallfahrt. Insbesondere sind dort auch sämtliche Pilgerrouten der Zuger Pfarreien in digitaler Form (Schweizmobil) abrufbar.

 

Link zum Leporello «600-Jahr-Jubiläum Zuger Landeswallfahrt nach Einsiedeln 1426-2026»

 

«Schwarze Madonna» von Einsiedeln, spätgotische Holzskulptur, 1440–1465. (Museum Fram © 2026)

Souvenir der «Schwarzen Madonna» aus Ton, 1. Hälfte 20. Jahrhundert. (Museum Fram © 2026)

Einsiedler Schabmadonnen aus Ton, die man abschabte und als Staub aufs Essen und Tierfutter streute, vor 1798. (ADA © 2026)


Buchpublikation

Herzstück des Jubiläums bildet die neue, von DNS-Transport Zug konzipierte und gestaltete Buchpublikation «40'000 Schritte zur Schwarzen Madonna», für die namhafte Autorinnen und Autoren einzigartige Beiträge geleistet haben. Das reich bebilderte, handliche Buch folgt auf 292 Seiten der facettenreichen Reise von St. Michael Zug bis zur Gnadenkapelle Einsiedeln. Historische Artikel wechseln sich ab mit interessanten Porträts und spannenden Exkursen, gespickt mit sehenswerten Fotografien, abgerundet mit einer kontroversen Diskussion rund um die Wallfahrt.

 

Weitere Infos

 

Das reich bebilderte, handliche Buch «40'000 Schritte zur Schwarzen Madonna» folgt auf 292 Seiten der facettenreichen Reise von St. Michael Zug bis zur Gnadenkapelle Einsiedeln. (DNS-Transport Zug © 2026)


Film, Legende, Interview, Musik


Zuger Brauchtum in
60 Sekunden

Im Auftrag der Stadt Zug erstellte DNS-Transport 10 Kurzfilme über ausgewählte Zuger Bräuche. Jedes dieser Porträts dauert 60 Sekunden. Der Film über die Zuger Wallfahrt dokumentiert die Pilgerroute ab Kirche St. Michael in Zug bis zur Klosterkirche Einsiedeln, die 7 Stunden dauert, 24 Kilometer lang ist und 1000 Höhenmeter überwindet.

 

(Quelle: DNS-Transport Zug © 2025)

Die Wallfahrt gehört seit 600 Jahren zu den gelebten Zuger Bräuchen, Ausschnitt aus dem Kurzfilm von DNS-Transport Zug, 2025. (Andreas Busslinger © 2025)


Die wundersame Legende
der Waldschwestern

Der Zuger Pfarrer Albert Iten (1891–1976) erzählt 1939 im alten Ägerer Dialekt die Legende der Waldschwestern vom ehemaligen Chlösterli Unterägeri, die nach Einsiedeln pilgerten und übers Wasser laufen konnten. Aber eine Freveltat auf dem Heimweg beraubte sie dieser wundersamen Fähigkeit.

 

Tondokument: «Wie es den Waldschwestern vom Klösterlein ergangen ist»

(Quellen: Schweizerisches Phonogrammarchiv der Universität Zürich, Stimmen der Heimat, Albert Iten, 1939, 139023; Schweizerisches Idiotikon, Zuger Namenstudien, Gesammelte Beiträge der Jahre 1925 bis 1966 über Orts-, Flur- und Familiennamen des Kantons Zug und der Innerschweiz, Pfarrer Albert Iten, 1969, www.idiotikon.ch)

Gemäss Legende pilgerten die «Waldschwöschtere vom Chlöschterli» Unterägeri frühmorgens zu Fuss über den Ägerisee Richtung Einsiedeln (KI-Illustration / DNS-Transport © 2026).


Bittgänge eines
zukünftigen Bundesrates

Bundesrat Philippe Etter aus Menzingen erzählt, wie er in jungen Jahren auf Wallfahrt war. Er berichtet, wie sich die Baarer, Menzinger und Ägerer in Schönbrunn getroffen hatten und nach Neuheim pilgerten. Und wie er wegen zu lauten Betens eine Ohrfeige erhielt. Weiter schwärmt er von einem Bittgang der Menzinger nach Unterägeri mit anschliessender Chäschüechli-Belohnung.

 

Tondokument: «Schallende Ohrfeige und feine Chäschüechli»

(Quelle: Staatsarchiv Zug, Tondokument «Familiengeflüster», Grossvater erzählt: Wallfahrten, Philipp Etter, Menzingen, Bundesrat, 1957-1972, P 70.1003.2.7)

Der neu gewählte Bundesrat Philipp Etter (1891–1977) an der Millenariums-Wallfahrt (1000-Jahr-
Feier des Klosters Einsiedeln) des Standes Zug nach Einsiedeln, 1934. (Klosterarchiv Einsiedeln © 2026)


Salve Regina vor
der Schwarzen Madonna

Das nach der Vesper vor der Gnadenkapelle gesungene «Salve Regina» wird im Kloster Einsiedeln seit 1547 täglich gesungen. Es ist eine traditionelle, festliche Form des gregorianischen Gesangs, wird oft vierstimmig dargeboten und ist tief in der dortigen Liturgie verwurzelt.

 

Tondokument: «Salve Regina in Einsiedeln»

(Quelle: DNS-Transport Zug © 2025)

Die Mönche des Klosters Einsiedeln singen das «Salve Regina» in der Gnadenkapelle, 1. Hälfte 20. Jahrhundert. (Museum Fram © 2026)

PFARRKIRCHE ST. MICHAEL ZUG

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KLOSTER EINSIEDELN

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